Der Wassermann oder Wasserträger


astroschmid auf
Facebook

In der Wassermannzeit

Er ist zunächst ein Luftzeichen. Zwillinge und Waage sind die beiden anderen Luftzeichen. Luftzeichen sind geistige Wesen, es sind die Theoretiker und Denker, also intellektuell oder mental geprägte Lebewesen. Sie arbeiten gerne mit ihrer Einbildungskraft und versuchen alles erklärbar zu machen. Deshalb leben sie meist einen gewissen inneren Abstand zu den Dingen des Lebens. Sie reden und beschreiben gerne. Das Bedürfnis nach Beziehungen und Geselligkeit ist ausgeprägt.

Zum andren ist Wassermann ein „fixes“ Zeichen. Es gibt die fixen, die kardinalen (besser vielleicht die aktiven) und die veränderlichen Zeichen. Wassermann, Stier, Löwe und Skorpion gehören zu den fixen Zeichen.

Dann sind also Wassermänner die Verkopften?

Naja, das können sie durchaus zuweilen sein. Doch das wäre kein gutes Bild für den Wassermann. Sie sind viel mehr Querdenker. Sie können Dickschädel sein, wie ein Stier. Sie können stolz sein, wie ein Löwe. Und Sie können an ihren Ideen so sehr hängen, wie es Skorpione tun.

Wassermänner sind ja Luftzeichen. Sie sind also die fixen Theoretiker und Denker. Und Luftzeichen wollen Kontakte, den ihr Geist braucht Anregung und Austausch. Das ist ihr Element.

Wassermänner sind selber fix und wollen doch Fixes verändern. Sie fühlen sich schnell angeregt, an dem allzu Gewöhnlichen etwas zum Besseren zu verhelfen. Sie haben meist sehr hohe Ideale und Vorstellungen, wie eine Gesellschaft funktionieren soll. Es gibt da durchaus auch einige fantastisch-geweckte Charaktere. Anderseits auch solche, die bei der Frage, wie denn ein gesundes Miteinander funktioniert kann, wenn jeder so macht, wie er schließlich will, Schwierigkeiten bekommen, ihre Theorien auf den Boden zu bringen. Zuweilen kann Egoismus vorkommen.

Mit konstruktiv eingestellten Wassermännern, macht das Gespräch immer Freude. Sie vertreten humanitäre Werte und achten auf Niveau. Wirklich tolle Gesprächspartner. Dennoch, manche ihrer Mitmenschen wünschten sich vielleicht, sie fänden im Wassermann der gerade zu ihnen spricht, ein etwas freier fließendes „Gefühlsgewand“. Manches kommt so theoretisch, manchmal sogar kategorisch hervor, dass man erschrickt. Man denkt, der hat ja kein Gefühl. Doch das täuscht. In Wahrheit sind viele Wassermänner permanent in der Angst, von ihren eigenen Gefühlen überrollt zu werden. Und deshalb gibt es schon Wassermänner, die lieber nichts spüren. Das wäre aber schade, denn es würde dem brillanten Geist, der in jedem Wassermann steckt, die Würde nehmen. Gefühle sind einfach nicht ihre erste Welt, das muss man akzeptieren und in emotionalen Dingen mit ihnen behutsam umgehen.  

Zum Tierkreiszeichen Wassermann gehören die (technischen) Erfindungen und die Gabe der geistigen Eingebung. Ein Wassermann, der diesen Eingebungen folgt, mit sich selbst im Reinen ist und zudem auch ein offenes Herz hat, das wäre dann der König unter den Wassermännern, wenn man so sagen will. Wassermänner wissen, dass man dem Denken keine Grenzen setzen darf, denn das würde der Welt der Ideen den Gar ausmachen.

Deshalb verlangt Wassermann Toleranz. Und das tut er als fixes Zeichen des Luftelements. An geistiger Freiheit (Luft) hält der Wassermann fest (Fix). Er kann Dinge auf den Kopf stellen und alles ganz anders erfassen, als es von der gesellschaftlichen Konvention vorgemacht wird. Es macht ihm Freude, die Dinge umzudenken, überraschende Links zu finden und diesen nachzugehen. Er liebt es, die Freude des freien Denkens voll auszukosten. Das kann im Guten sein, kann aber auch manchmal auf stures Beharren an den eigenen Theorien zum Vorschein kommen.

Doch der Wassermann weiß selbst, dass er genau das verhärtete, verkopfte Denken eigentlich sprengen will. Denn seine übergeordnete Maxime, wäre ja die Freiheit des Denkens. Was hätte da stures Festhalten verloren?
Wenn der Wassermann Flexibilität nur verlangt, sich selbst aber nicht darum bemüht, dann kann sein eigenes Denken in den Werten längst vergangener Zeiten hängen bleiben. Weil man keine neuen Ideale gefunden hat, spricht man immer noch von den alten, längst nicht mehr aktuellen revolutionären und unbedingt notwendigen Veränderungen von damals. Man ist genau da hineingeraten, wo man nicht sein wollte. In die Welt der verstaubten Dachböden. Das kann eine echte Krise bedeuten, wenn der Wassermann sich gewahr wird, dass ihm das passiert ist. So eine Erkenntnis ist hart. Es kann für den Wassermann ein Nullpunkt sein. Doch auch der Phönix aus der Asche, wird dem Wassermann zugeteilt. Es ist selten, dass ein Wassermann lange in alten Dingen hängen bleibt.  

Anders herum, kann es einem Wassermann passieren, dass er voller Tatendrang alles umkrempeln und erneuern will. Das kann zu ständiger nervlicher Überanstrengung führen. Man will sich und die Welt mit so viel Energie zur Veränderung drängen und stellt fest, dass man doch nur eines bewegen kann, das Bewusstsein, das eigene Bewusstsein. Eine schöne Erkenntnis, die Tore öffnen kann. Und ein gesunder Wassermann wird schon viele solcher Tore aufgestoßen haben, schon oft hat er sich von Grund auf neu belichtet und wieder neu angefangen. Die Entwicklung eines Wassermanns geht immer die Treppe hinauf bis übers Dach hinaus und wieder zurück in den tiefsten Keller. Jedes Mal wenn er den Weg geht, bringt er Wasser der Erkenntnis mit.

Früher hieß der Wassermann in gewissen wüstenhaften Gegenden „Wasserträger“. Der Wasserträger ist der, welcher das neue Wasser auf dem Boden gießt und wundersam sprießt das Grün. Die neue Idee, das neue Wasser, eine neue Grundlage. Und wieder die Treppe hoch und wieder herunter. Immer wieder neue Wasser. Das ist das Wesen des Wassermanns, wenn er seinen Geist wirklich frei leben lässt. Und immer wieder aufs Neue, neue Idee, neue Erfindung: Besser, sozialer, brüderlicher. Solche Wassermänner können einen wahren Segen sein. Weniger löbliche Unruhestifter gibt es im Umkehrschluss auch. Aber in welchem Land und ich welcher Kultur oder welcher Religion gibt es das nicht auch?

Der Wassermann ist die geistige Verbindung, die zwischen allen Menschen besteht. Für den Wassermann soll das ein höchst durchlässiges Gewebe sein. Das Internet gehört als Erfindung zum Wassermann. Die Gruppenaktivitäten zählen zum Wassermann. Das sind in diesem Sinne dann auch die sogenannten „sozialen Netzwerke“ wie Facebook, Twitter und Co. Wir sind ja schließlich auch in das Wassermannzeitalter eingetreten. Und es stellt sich die Frage: Wie viel frei flotierende geistige Aktivität erträgt der Mensch? Wie kann man des Menschen Maßlosigkeit nur zügeln? Der Mensch muss doch an die Leine genommen werden. Oder nicht? Wie ist deine Meinung dazu?

Das sind Themen, die du während des Wassermannmonats überlegen kannst. Wie frei sind deine Verbindungen zu deinen Mitmenschen? Hängst du in alten Ideen fest und kannst einfach nicht anderes denken, als du es tust? Sind deine Ideen früher revolutionär gewesen und heute lacht man dich damit fast aus? Wie frei ist dein Denken geblieben? Bist du in der Gegenwart? Gehst du immer und immer wieder die geistige Treppe hoch und wieder runter und bringst du die neuen Wasser der Erkenntnis und des Bewusstseins mit?

Viel Freude bei deinen Überlegungen wünsche ich dir.
Herzlich Peter Schmid

zurück zur vorher angezeigten Seite.
 
Werbeblock

arrowTop