IC in Löwe

Ein Beitrag von Brigitte Hamann

Lebensschlüssel 5: Löwe am  Imum Cœli - Wassermann am Medium Cœli

aq4"Wer sich in den Schubladen einrichtet, in die er gesteckt wird, hat sich selbst schon zu den Akten gelegt." Hans Kruppa

Die Aussagen dieser Achse gelten auch in mehr oder weniger intensiver Form für:

Pluto im 4. Haus,  Pluto im Quadrat oder Spiegelpunkt zur IC/MC-Achse, Pluto in Konjunktion, Opposition, Quadrat oder Spiegelpunkt zum Herrscher des 4. Hauses oder zu einem Planeten im 4. Haus; Venus im 10. Haus, Venus im Quadrat oder Spiegelpunkt zur IC/MC-Achse, Venus in Konjunktion, Opposition, Quadrat oder Spiegelpunkt zum Herrscher des 10. Hauses oder zu einem Planeten im 10. Haus. Sonne oder Uranus im Quadrat zur AC/DC-Achse.
 

Thema


Menschen mit der Entwicklungsachse Löwe/Wassermann (oder Wassermann/Löwe) suchen ihr richtiges Maß an

- subjektiver und objektiver Sichtweise

- Stimmungsabhängigkeit und emotionaler Distanz

- Selbstbezogenheit und übergeordneten Themen

- spontanem Handeln und der Fähigkeit, sich zurückzunehmen

- Authentizität und Berücksichtigung anderer Standpunkte und Erlebensweisen

- Persönlicher Macht und Konfliktvermeidung

- Autorität und Vermittlerposition

arrowTopZiel, Motivation und innere Berufung: Löwe am IC

Intensive Emotionalität: Menschen mit Löwe am IC reagieren – während sie häufig ganz anders wirken -  auf alles sehr emotional und subjektiv, sind stolz und verletzlich und können im besten Sinn mitfühlend – empathisch – sein. Jedes Gefühl trägt den Impuls zum Handeln in sich und bildet einen starken Motor. Vieles wird dabei nicht umgesetzt, denn sie gehen nach außen eher ökonomisch mit ihrer Energie um, orientieren sich dabei am Nützlichkeitsprinzip und können geschickt das für sie Optimale herausholen.

Produktivität, kreativer Selbstausdruck und Erfindungsgabe:
Das Bedürfnis, aktiv und produktiv zu sein ist besonders stark. Löwe-ICs erkennen sich in ihren Schöpfungen. Sie brauchen das Gefühl, etwas Prägendes zu tun und etwas geschaffen zu haben. Ihre Originalität und Erfindungsgabe bildet die Voraussetzungen, um aus der Masse herauszuragen und anders zu sein.

Im Zentrum stehen: 
Sie verfügen über einen intensiven Lebensantrieb und einen starken Willen, der sich auf das Besondere und Außergewöhnliche richtet. Sie wollen beeindrucken,  eine Autorität sein, sich die eigene Wichtigkeit bestätigen und im Zentrum des Geschehens stehen. Sie wollen ein Mensch sein der, wie es das I Ging ausdrückt, „alles unter dem Himmel erleuchtet und erfreut“[1] und der eine Alpharolle einnimmt.

Selbstbewusstsein und Freiheitsliebe:
Löwe-ICs besitzen einen natürlichen Stolz, ein Selbstbewusstsein, das sich am stärksten in einem lustbetonten Handeln ausdrückt. Sie wollen ihren Tag und ihr Leben frei gestalten und sich nicht in ein Korsett pressen lassen. Ihr Verlangen nach Selbstbestimmung zeigt sich auch darin, dass sie ihre Ziele häufiger ändern, da sie aus Stimmungen geboren werden. Tätigkeiten, mit denen sie innerlich nicht übereinstimmen, nehmen ihnen mehr Kraft als den meisten anderen ICs.

arrowTopProblemerzeugende Muster: Löwe am IC

Subjektivität und Egozentriertheit: Ungeachtet ihrer äußerlich meist ruhigen, distanzierten Außenwirkung sind Löwe-ICs hochemotional und ausgesprochen subjektiv in ihren Bewertungen. Alles löst intensive Gefühle aus und fordert sie zum Reagieren auf während es ihnen die beste Strategie nach außen zu sein scheint, auf Distanz zu bleiben, sich nicht einzumischen und Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Kurzschlusshandlungen:
Durch ihre Subjektivität und motorische Unruhe sind sie schnell von allem betroffen. Diese Betroffenheit verleitet sie dazu,  spontan bis unüberlegt zu handeln, häufig aus verletztem Stolz, Machtbedürfnissen oder umgekehrt aus Ohnmachtgefühlen heraus.

Der Nabel der Welt:
Sie kreisen um sich selbst und sehen sich ganz selbstverständlich als zentrale Figur im Spiel des Lebens, was, wenn es in der richtigen Form geschieht, eine natürliche Gabe ist, die andere ICs erst lernen müssen.. Löwe-ICs wollen bewundert werden und empfinden es als eine narzistische Kränkung, wenn ihre Besonderheit und Führungsanspruch nicht gewürdigt werden.

Hybris und Eitelkeit:
Ihr Wunsch, zu beweisen, wer sie sind und eine Sonderrolle einzunehmen, kann zu Selbstüberschätzung und Überheblichkeit führen, die sie von Beifall abhängig macht. Ungenügende Aufmerksamkeit und Respekt erzeugen Wut, die jedoch meist nicht offen gezeigt wird. Statt dessen legt man ein harmonisches Verhalten an den Tag, das die Sympathien erhalten soll.

„Standby“ und Versagensängste:
Obwohl sie innerlich „unter Strom stehen“ und unbedingt aktiv sein wollen, gleicht ihre Situation oft einem „standby“ – sie stehen in den Startlöchern - als dass sie in Aktion treten. Ihre meist sehr hoch geschraubten Ansprüche und die Angst, ihren eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden, machen es ihnen schwer, den Sprung zu tun und den Beweis für ihr Können anzutreten.

Handeln statt fühlen:
Aktivitäten sind ein Mittel, das erfolgreich eingesetzt werden kann, um sich vor der Konfrontation mit den eigenen Gefühlen oder denen anderer Menschen zu drücken. Löwe-ICs, deren Schwerpunkt mehr auf der Handlungsseite liegt, verwechseln Aktivität mit Kreativität. Sie glauben, immer etwas tun zu müssen, um wichtig und wertvoll zu sein, und versäumen es deshalb, Prozesse in sich reifen zu lassen.

Schwankendes Stimmungs- und Energielevel:
Ihre Stimmungen schwanken und mit ihnen auch ihre Schaffenskraft. Immer wieder sind sie auch hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, in den Tag hinein zu leben und ihrem Ehrgeiz, der sie zu Spitzenleistungen antreibt.

arrowTopScheinbare Lösungsstrategien: Wassermann am MC

Distanz als Fluchtweg: Wassermann-MCs, die sich ihren Ansprüchen nicht gewachsen fühlen, sich nicht entscheiden wollen oder können oder die ihre Versagensängste nicht überwinden, flüchten in eine Scheinneutralität und –objektivität. Sie kultivieren die Distanz zum Gefühl, begeben sich in einen Elfenbeinturm oder nehmen eine elitären Standpunkt ein, der sie von der breiten Masse abhebt und schützt.

Hybris und der Nimbus des Besonderen:
Ihr Bedürfnis, anders zu sein und sich abzuheben, stillen einige, indem sie sich eine besondere Attitüde zulegen, kauzig oder betont originell sind, sich ungewöhnliche Formulierungen oder andere auffallende Attribute zulegen, einen Titel oder Stammbaum kultivieren. Anders zu sein ist jedoch eine Angelegenheit, die aus uns selbst heraus kommen muss. Sie ist ein Ausdruck unserer individuellen Note, die aus unserer Persönlichkeit entspringt und für die es nicht genügt, sich mit Äußerlichkeiten zu schmücken und „snobbish“ zu sein. Selbstüberschätzung und Hochmut sind Fallen auf dem Weg zu echter Individualität.

Konfliktvermeidung:
Sie weichen Auseinandersetzungen aus und sind äußerst geschickt darin, weder klare, eindeutige Aussagen zu machen noch sich einer Situation zu stellen, wenn sie dazu keine Lust haben oder einen Streit fürchten.
Rebellion: Einige Wassermann-MCs sehen ihre Freiheit darin, zu allem und jedem die Gegenposition einzunehmen. Sie sagen „nein“ oder „ja aber“ und schaffen so die perfekte Situation, in der sie nicht nur nicht voran kommen sondern sich selbst  schaden. Rebellion muss auf mehr gründen als auf „den Geist, der stets verneint“ (Goethe). Sie braucht Substanz, Sinn und Ziel und kann niemals Selbstzweck sein.

Zielloses Handeln:
Löwe-ICs können unter einer fehlenden inneren Koordination und Ausrichtung leiden, die auf unklare oder widersprüchliche Ziele zurückzuführen ist.  Sie bewerten emotionale Hochs und Tiefs über, stehen unentschlossen zwischen „Tür und Angel“, zweifeln und kommen zu keiner Lösung. Dahinter steht die Angst, sich festzulegen oder den Beweis anzutreten, dass man seine hochgesteckten Ziele auch zu erreichen vermag.

arrowTopLösungsstrategien auf dem Weg zu uns selbst: Wassermann am MC

Objektivität, Distanz Perspektivenvielfalt: Es ist ein wesentliche, persönlichkeitsverändernde Erfahrung, wenn Wassermann-MCs erkennen, dass es nicht nur ein Zentrum gibt – sie selbst-, eine Sonne, um die die Planeten kreisen, sondern dass das Universum aus vielen Sternen besteht, die alle auf ihre eigene Art leuchten und ihre eigene Besonderheit haben und die unterschiedliche Perspektiven und Standpunkte symbolisieren. Sie sind fasziniert von der Kunst,  jeden Menschen, jede Situation und jedes Ding aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachten zu können. Wie von einem  Berggipfel aus überblicken sie dann die verschiedenen Wege und Möglichkeiten ohne sie sofort zu bewerten oder sich in eine Entscheidung zu stürzen. Die Wahrheit hat nun viele Gesichter, nicht nur das eine, das spontan aus einem persönlichen Erleben heraus entstanden ist.

Distanziertes Engagement: Sie behalten den Kontakt zu ihren Gefühlen, ohne sich von  ihnen überwältigen zu lassen. Dies bedeutet eine „Standpunktlosigkeit“ im besten Sinn: Statt sofort zu allem gefühlsmäßig Position zu beziehen und einzugreifen, halten sie sich zurück, bis sie eindeutige und überzeugende Entscheidungskriterien für ihr Handeln gefunden haben.

Liebe zum Besonderen:
Wassermann.MCs sehnen sich nach dem Ausgefallenen, nach dem Besonderen, nach dem, was ganz anders ist und so soll auch ihr Leben verlaufen. Sie wollen originell sein,  sind fasziniert von Paradoxien und allem Widersprüchlichen, brauchen Gegensätze und Unvereinbarkeiten, bei denen sie sich um Vereinbarkeit bemühen können.
Grenzen sprengen: Sie wollen und müssen auf ihrem privaten und beruflichen Lebensweg  Neues und Unerwartetes erleben und bieten, avantgardistisch zu sein, ihren eigenen Stil finden, eine Andersartigkeit aus sich selbst schöpfen und sich ausprobieren ohne Perfektionszwang. Dazu brauchen sie starke Eindrucke und Impulse von außen, die sie anregen und motivieren. Wassermann-MCs brauchen das Gefühl des Besonderen, des Ausgefallenen und der Spitzenleistung, die sie hervorheben wird, um aus ihrer „Standby“-Situation herauszufinden und aktiv zu werden.

Gegen den Strom schwimmen:
Wassermann-MCs sind diejenigen, die aufrütteln, Überholtes aussortieren, zwingen umzudenken und anders zu denken. Sie sind nicht bequem, nicht für sich selbst und nicht für andere. Ihre Visionen sprengen gängige Grenzen und respektieren keine Komfortzonen, in denen man sich eingerichtet hat.
Anders aber nicht getrennt: Entwickelte Wassermann-MCs sehnen sich danach, ihre Einzigartigkeit unter Beweis zu stellen, aber sie verstehen sowohl, was es bedeutet, ein einzigartiges Individuum zu sein wie auch Teil eines Kollektivs, in dessen Gesetzmäßigkeiten und Entwicklungen wir alle bis zu einem gewissen Grad eingebunden sind und für das wir Teile unserer Individualität opfern müssen, um das Ganze am laufen zu halten.

arrowTopDie Fluchtpunktachse: Vermeidungsstrategien und Ressourcen

DDie Zeichen Stier/Skorpion stehen im Quadrat zu Löwe am Imum Cœli und Wassermann am Medium Cœli. Das Thema der IC/MC-Achse Löwe/Wassermann und ihrer Fluchtpunktachse Stier/Skorpion ist die Herausforderung, zwei extrem gegensätzliche Themen unter einen Hut zu bringen: Zugehörigkeit, Bindung, Sicherheit und Gemeinsamkeit, für die auch Zugeständnisse zu machen sind (Stier/Skorpion) im Kontrast zu dem Verlangen nach der eigenen Individualität, Einzigartigkeit, Autonomie und persönlicher Freiheit (Löwe/Wassermann): Individuelles Leben und Selbstverwirklichung  versus Leben in der Gemeinschaft.
 
Vermeidungsstrategien: Östlicher Fluchtpunkt Stier

Besitz:
Um die Absicht frei zu sein und der zu werden, der man sein möchte, nicht einlösen zu müssen, umgibt man sich mit Besitz und Verpflichtungen, die zwingen, sich um ihren Erhalt und ihre Vermehrung zu bemühen, so dass wir andere Aktivitäten kaum Zeit und Energie bleibt.

Gemeinschaft:
Eine andere Möglichkeit der Flucht ist, an einer Gemeinschaft festzuhalten (z. B. die Familie, eine Bezugsgruppe, eine Firma), in der man eine Sonderrolle einnimmt, aber abhängig bleibt. So ist man auf der sicheren Seite, demonstriert dort das Besondere und das Anderssein,  muss das Gewohnte jedoch nicht durch konkrete Handlungen in Frage zu stellen, was zur Folge hätte, dass Sicherheiten aufgegeben werden müssten.
Perfektion und Starrheit: Ein weiterer Mechanismus der Selbstverhinderung ist die Suche nach Perfektion und das Festhalten an Traditionen und konventionellem Denken, das nur das Elitäre innerhalb der Norm zulässt. Die Sehnsucht, ein Leben zu führen, das im besten Sinn abhebt, wird auf diese Weise amputiert.

arrowTopWie aus dem östlichen Fluchtpunkt eine Ressource wird:
Westlicher Fluchtpunkt Skorpion

Opferbereitschaft: Durch die Bereitschaft, Sicherheiten und Imagepflege aufzugeben und Neuland zu betreten, kann Originelles, Individuelles und Neues geschaffen werden, das dem eigenen hohen Anspruch genügt;

Langfristigkeit: Es ist unabdingbar nötig, soweit Langfristigkeit und Verbindlichkeit für ein Projekt zu entwickeln, bis es gereift und umgesetzt ist. Dazu gehört die Fähigkeit, mit Routine umzugehen und sich auf ein Ziel zu konzentrieren.


[1] Richard Wilhelm: I Ging

Werbeblock

arrowTop